Baufinanzierung Tipps - Fragen & Antworten zur Finanzierung von Immobilien 2

Welche Kosten entstehen bei der Beantragung einer Finanzierung über einen Finanzmakler (z.B. im Internet)?

In der Regel bekommt der Vermittler eine Provision vom Darlehensgeber. Daher ist diese Vermittlung für den Kreditnehmer kostenfrei. Geachtet werden sollte auf Unabhängigkeit und Seriosität des Maklers. Hierzu geben auch die Verbraucherzentralen Auskunft.

Ist eine Immobilienfinanzierung auch für Selbständige möglich?

Grundsätzlich ja. Wichtig sind hier die letzten mindestens 2 Einkommensteuerbescheide (ggf. DATEV - Auswertungen) sowie die aktuelle Gewinn- und Verlustrechnung, die durch einen Steuerberater bestätigt bzw. ausgestellt wurde.

Können auch gewerbliche Immobilien finanziert werden?

Die meisten Anbieter offerieren auch gewerbliche Finanzierungen (z.B. bei Vermietung). Allerdings bieten die Kreditinstitute hier sehr unterschiedliche Konditionen an, deshalb ist es ratsam sich bei mehreren unterschiedlichen möglichen Darlehensgebern genau zu erkundigen.

Können Sonderausstattungen finanziert werden?

Sollen Sonderausstattungen bei der Immobilienfinanzierung einbezogen werden (d.h. der Nettokreditbetrag ist höher als der Kaufpreis bzw. die Anschaffungs- und Herstellungskosten), schränkt sich die Auswahl der Anbieter merklich ein. Bei solchen Offerten ist zu beachten, dass diese ausschließlich für eigengenutze Immobilien gelten. (siehe auch Baufinanzierung ohne Eigenkapital oder Vollfinanzierung)

Ist eine reine Grundstücksfinanzierung möglich?

Bei den meisten Anbietern ist dies möglich. Zu deren Sicherheit erfolgt dann eine Eintragung in Abt. III des Grundbuches (Eintragung einer Vorlast), sofern das Grundstück als Bauland ausgewiesen ist und eine Bebauung auch vorgesehen ist. Die später anfallenden Baukosten könnten dann durch eine Nachrangfinanzierung finanziert werden. Oft günstiger (und einfacher) ist allerdings eine Gesamtfinanzierung durch vorherige Schätzung der Baukosten, so dass Grundstücks- und voraussichtliche Baukosten zusammen als Baudarlehen beantragt werden können. Die Kreditinstitute bieten hierfür unterschiedliche Möglichkeiten an.

Was ist bei der Finanzierung von zwangsversteigerten Immobilien zu beachten?

Eines vorab: Nicht alle Kreditinstitute ermöglichen die Finanzierung von zwangsversteigerten Immobilien. Es ist daher ratsam, zunächst die Einzelheiten mit dem Kreditgeber zu erörtern, bevor unterschiedliche Angebote verglichen werden. Maßgeblich für die Darlehenskonditionen ist der Zuschlagspreis! Für die Versteigerung muss üblicherweise eine Sicherheitsleistung (10% des Verkehrswertes) nachgewiesen werden. Dies kann durch Überweisung an die Gerichtskasse oder z.B. durch einen Bankscheck erfolgen. In der Regel kann diese Vorleistung nicht in die Immobilienfinanzierung einbezogen werden.

Wie hoch sollte der Eigenkapitalanteil bei einer Immobilienfinanzierung sein?

Hier gibt es eine einfache Regel: Je mehr Eigenkapital, umso besser. Mit der Höhe des Eigenkapitals sinken die notwendige Darlehenshöhe und die damit verbundenen Kosten und natürlich das Ausfallrisiko. Die Tilgung kann schneller erfolgen und dadurch wird eine frühere Schuldenfreiheit erreicht. Dies gilt insbesondere für private, eigengenutzte Immobilien. Heutzutage ist es zumindest aus Sicht der Kreditinstitute kein Problem mehr, auch Finanzierungen ohne Eigenkapital (oder gar mit einer höheren Summe als dem Kaufpreis) anzubieten. Die alte "20 - 30%" Regel ist daher nicht mehr aktuell. Allerdings ist zu beachten, dass Zinssatz, Laufzeiten und monatliche Belastungen mit der Höhe des benötigten Darlehens überproportional zunehmen. Weitere Informationen (Eigenkapitalberechnung) » Das Eigenkapital - Wie viel Eigenkapital ist notwendig?