26. November 2014
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Baufinanzierung Ratgeber und Checkliste für eine solide Finanzierung

Bevor die Finanzierung des Eigenheims angegangen werden kann, sollten einige Punkte beachtet werden, damit sich die Finanzierung nicht als Kostenfalle entpuppt. Denn nur durch eine gute Planung lassen sich Fehler, die sich häufig nicht mehr oder nur schwer korrigieren lassen, vermeiden.

1. Kosten kalkulieren

Bevor die gewünschte Immobilie finanziert werden kann, müssen zunächst alle anfallenden Kosten ermittelt werden. Zu diesen zählen in erster Linie die Kosten für die Immobilie und das etwaige Grundstück. Daneben fallen beim Hauskauf aber noch weitere Kosten in nicht unerheblichem Umfang an. Diese Nebenkosten des Hauskaufs liegen in der Regel bei rund 15 Prozent des Kaufpreises, sodass der Finanzierungsbedarf deutlich höher ist als der Kaufpreis der Immobilie.

Zu den Nebenkosten des Hauskaufs zählen zunächst die Kosten, die für den Notar und den etwaigen Makler anfallen. Die Maklerkosten richten sich dabei nach dem Kaufpreis und können zwischen drei und sechs Prozent betragen. Der Notar stellt dem Käufer hingegen meist Gebühren für den beglaubigten Kaufvertrag sowie für den Eintrag ins Grundbuch in Rechnung. Zudem fällt neben diesen Gebühren noch die Grunderwerbsteuer an. Die Höhe dieser Steuer wird in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt und liegt gemessen am Kaufpreis bei fünf Prozent oder sogar noch höher. Weitere Kosten, die zu den Kosten des Hauskaufs hinzu addiert werden müssen, sind die Finanzierungsnebenkosten. Zu diesen Kreditnebenkosten zählen in erster Linie die Zinsen. Im effektiven Zinssatz werden zugleich etwaige Wertermittlungsgebühren berücksichtigt und manches Mal fallen zusätzlich noch Bereitstellungszinsen an.

2. Eigenkapital zur Senkung der Kreditkosten

Vor jeder Hausfinanzierung sollte zunächst eine Ansparphase stehen, in welcher ausreichend Eigenkapital angespart wird. Dabei gilt, je höher die Eigenkapitalquote ist, desto kostengünstiger kann die Hausfinanzierung ausfallen. Verzichten Sie hingegen ganz auf Eigenkapital, dann steigt nicht nur der Finanzierungsbedarf, sondern damit auch die Kreditzinsen. Zugleich haben es viele Kreditnehmer deutlich schwerer, ganz ohne Eigenkapital einen Kredit zu erhalten. Bei guter Bonität gestaltet sich das zwar nicht schwierig, jedoch können Sie dann zumeist nicht von den besonders günstigen Bauzinsen profitieren.

3. Angebotsvergleich

Vor der Aufnahme eines Kredites für den Hauskauf steht allerdings zunächst die Wahl des Finanzierungspartners. Da sich die Konditionen der einzelnen Anbieter teils deutlich voneinander unterscheiden, ist ein Vergleich der Angebote wichtig. Die einzelnen Kreditangebote unterscheiden sich dabei nicht nur in der Höhe der Zinsen, sondern zugleich stehen oftmals unterschiedliche Rückzahlungsmodalitäten zur Auswahl.

Der Vergleich sollte sich allerdings nicht nur auf einen reinen Anbietervergleich beschränken, sondern nicht zuletzt ist auch die Wahl der Kreditart für den Erfolg der Finanzierung ein entscheidendes Kriterium.

4. Kredite miteinander kombinieren

Die Hausfinanzierung muss nicht immer nur mittels eines einzigen Kredites erfolgen, sondern oftmals kann es sich lohnen, mehrere Kredite miteinander zu kombinieren. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Kredit bei der Bank, aber auch ein besonders zinsgünstiger Kredit von einer Förderbank genutzt werden kann. Mit Förderkrediten lässt sich in der Regel nicht der gesamte Finanzierungsbedarf decken, sodass dieser um einen weiteren Kredit ergänzt werden muss.

5. Niedrigzinsphasen nutzen

Bei Abschluss eines Kredites kann auch der Zeitpunkt entscheidend für die Höhe der Kreditkosten sein. Steht eine Immobilienfinanzierung an, dann sollten am besten Niedrigzinsphasen genutzt werden, denn dadurch lassen sich die gesamten Kosten der Finanzierung teils erheblich senken.

6. Zinsfestschreibungen in Niedrigzinsphasen

Wird der Kredit in einer Niedrigzinsphase aufgenommen, dann lohnt es sich, eine möglichst lange Zinsbindungsfrist zu vereinbaren. Denn dadurch sichern Sie sich die günstigen Zinsen und somit eine günstige Gesamtfinanzierung für eine möglichst lange Zeit. Dabei ist es heutzutage sogar möglich, Zinsbindungsfristen von 10, 20 oder noch mehr Jahren zu vereinbaren.

Über Bernd Lauberg

Bernd Lauberg war über viele Jahre hinweg als Finanzexperte bei einem großen deutschen Autohersteller angestellt und wechselte später ins Lager der Börsenmakler. Momentan ist er als selbständiger Finanzberater und freier Mitarbeiter bei finanzen.de tätig. Zu seinen Spezialgebieten zählen Geldanlage, Baufinanzierung und Immobilienkredite sowie Finanzen im Allgemeinen.