21. Oktober 2014
News

Einfluss der Inflationsrate auf Immobilienfinanzierungen

Die Verbraucherpreise steigen seit Beginn der Euro-Krise stetig. Die EZB kann derzeit kaum Gegenmaßnahmen ergreifen, da die Zinsen zur Steigerung der Wirtschaftstätigkeit niedrig gehalten werden müssen. Mittlerweile wird wegen der enormen Staatsverschuldungen in Europa über ein Anwerfen der Notenbankpresse diskutiert. Die aktuelle jährliche Inflationsrate liegt bei 3,0 % – das selbst auferlegte Stabilitätskriterium für den Bereich der EZB liegt jedoch bei nur etwa 2,0 %. Der Konsens vieler Politiker ist darauf ausgerichtet, zunächst die Gefährdungen des Zusammenhalts der europäischen Währungsunion zu minimieren und das Vertrauen in den europäischen Wirtschaftsraum zu stärken – dafür würde auch eine noch höhere Inflationsrate akzeptiert.

Eine entsprechende Entwicklung ist zu erwarten. Was bedeutet dies für die Immobilienfinanzierung? Die gute Nachricht ist, dass die niedrigen Zinsen eine Finanzierung zunächst augenscheinlich günstig machen, weil die Banken attraktive Zinskonditionen stellen können. Doch es gibt auch eine Kehrseite: Die Unsicherheiten führen zu einer Flucht in Substanzwerte, was im Zusammenspiel mit immer teureren Preisen für Energie-, Benzin- und Materialkosten zu merklich höheren Immobilienpreisen führt. Auch sind die Banken mittlerweile vorsichtiger bei der Kreditvergabe geworden. Die Mieten steigen nicht im gleichen Verhältnis wie die Reallöhne, was zu einer Kostenspirale führt, die vielen Menschen nicht klar ist: Die Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen steigt und führt damit auch ohne Leitzinserhöhungen zu teureren Krediten.

Über Bernd Lauberg

Bernd Lauberg war über viele Jahre hinweg als Finanzexperte bei einem großen deutschen Autohersteller angestellt und wechselte später ins Lager der Börsenmakler. Momentan ist er als selbständiger Finanzberater und freier Mitarbeiter bei finanzen.de tätig. Zu seinen Spezialgebieten zählen Geldanlage, Baufinanzierung und Immobilienkredite sowie Finanzen im Allgemeinen.