20. September 2014
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Droht auch in Deutschland eine Immobilienblase zu platzen?

Als die Immobilienblase 2007 in den USA und später auch in Spanien und Irland platze, hatte dies weitreichende Folgen. Nicht nur die dort lebenden Menschen auch andere Länder waren davon betroffen. Viele deutsche Bürger befürchten nun, dass dies auch in hierzulande passieren könnte. Immerhin sind die Zinsen auf einem sehr niedrigen Niveau und die Preise für Immobilien steigen vor allem in den Städten rasant an.

Langfristige Immobilienfinanzierungen statt kurzfristiger Spekulationen

Um herauszufinden, wie nahe wir dem Platzen einer Immobilienblase sind, muss man wissen, wie diese entsteht. Hervorgerufen wurde sie in den USA damals Investoren, die mit den Immobilien spekulierten. Ziel dieser Leute war es die erworbenen Gebäude und Grundstücke schnellstmöglich wieder mit Gewinn zu verkaufen.

Eine solche Entwicklung ist in Deutschland glücklicherweise nicht zu erkennen. Zwar steigen die Preise, aber die Käufer finanzieren ihre Immobilien meist über Immobilienkredite mit langfristiger Zinsbindung. Der Wunsch die erworbenen Häuser schnell wieder loszuwerden, ist dementsprechend nicht gegeben.

Kreditvergabe auf stabilem Niveau

Ein weiteres Merkmal sind niedrige Zinsen. Dies ist zurzeit wohl der Fall, doch führte das anders als in Amerika nicht zu einer übermäßigen Vergabe von Immobilienkrediten. Bestätigt wurde dies durch den Finanzstabilitätsbericht der Deutschen Bundesbank der Jahre 2011 und 2012. Demnach stieg die Anzahl der Darlehen nur um 1,5 Prozent.

Marktinstrumente sollen Immobilienblase verhindern

Experten zufolge ist außerdem die zunehmende Differenz zwischen den Mieten und den Kaufpreisen ein Anzeichen für das Entstehen einer Immobilienblase. Aber auch wenn eine solche Entwicklung zurzeit in Deutschland zu beobachten ist, geht man hierzulande nicht davon aus, dass wir etwas zu befürchten haben. Schließlich gibt es einige Instrumente, die dies verhindern sollen. So machen die Spekulationsfrist und die hohen Kaufnebenkosten Immobilienspekulationen unattraktiv.

Fazit

Trotz historisch niedrigem Zinsniveau und ständig steigenden Immobilienpreisen ist Deutschland relativ sicher vor einer landesinternen Immobilienblase. Die Gefahr droht, wenn dann von außerhalb zu kommen.

Über Bernd Lauberg

Bernd Lauberg war über viele Jahre hinweg als Finanzexperte bei einem großen deutschen Autohersteller angestellt und wechselte später ins Lager der Börsenmakler. Momentan ist er als selbständiger Finanzberater und freier Mitarbeiter bei finanzen.de tätig. Zu seinen Spezialgebieten zählen Geldanlage, Baufinanzierung und Immobilienkredite sowie Finanzen im Allgemeinen.

2 Kommentare

  1. Also ich denke auch, dass wir keine Immobilienblase in Deutschland zu erwarten haben.

    P.S. Schöne Seite. :-)

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