Nebenkostenfalle - Bereitstellungszinsen
Der Bau einer Immobilie erfolgt i.d.R. in mehreren Bauabschnitten, deren Bezahlung dann erst nach Fertigstellung erfolgt, d.h., dass die Bank den Gesamtkredit vor Baubeginn zur Verfügung stellt und die Auszahlung je nach Bauabschnitt etappenweise erfolgt. Dadurch hat die Bank einen Verlust, sie stellt zwar das Geld zur Verfügung, da aber der Kredit nicht in Anspruch genommen wird entsteht kein Darlehenszins, der berechnet werden könnte. Immerhin hat die Bank das Geld zur Verfügung gestellt, was Kosten auf den Kapitalmärkten verursacht!
Aufgrund dessen stellt die Bank Bereitstellungszinsen (auch Bereithaltungszinsen oder Bereitstellungsprovisionen gennant) für die Bereitstellung der Darlehenssumme zu einem bestimmten Stichtag in Rechnung, wenn das Geld zu diesem Zeitpunkt nicht abgerufen wird. Es werden jedoch auch von einigen Banken und Bausparkassen, wie z.B. der Debeka Bausparkasse, bereitstellungsfreie Zeiten eingeräumt, die je nach Institut variieren können. Bei der Baufinanzierung der Debeka kann die beitragsfreie Zeit bis zu 12 Monaten betragen. Manche Banken verlangen bereits nach zwei bis drei Monaten Bereitstellungszinsen, wobei andere einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten ohne zusätzliche Kosten bzw. Aufschläge einräumen.
Ebenso variiert die Höhe der Bereitstellungszinsen zwischen 2,4 % und 3,0 % pro Jahr bzw. 0,2 % bis 0,25 % pro Monat.
Das klingt vielleicht nicht viel 0,25 % pro Monat, aber z.B. bei einer Darlehenssumme von 100.000 EURO sind das z.B. bei 6 Monaten mal schnell 1.500 EURO.
Berechnungsbeispiel
0,25 % x 6 Monate = 1,5% von 100.000 EURO = 1.500 EURO.
Wie Sie feststellen, können die Bereitstellungskosten einen erheblichen zusätzlichen Kostenfaktor bei der Finanzierung der Immobilie bilden und dürfen daher auch nicht unterschätzt werden. Gerade bei Neubauten oder langwierigen Sanierungen spielen die Bereitstellungskosten eine große Rolle, die auf den bereitgestellten, aber noch nicht ausbezahlten Teil des Kredites erhoben werden. Oft lohnt der Griff zu einem Darlehen, dass um 0,1 Prozent höher liegt, da die Baufinanzierungskonditionen besser sind.
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