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Immobilien finanzieren

2. Bestandsimmobilien

Bestandsimmobilien nennt man auch Gebraucht- oder Altbau-Immobilien. Weiterhin ist die Nachfrage an gebrauchten Immobilien groß und die Verkaufszahlen liegen gegenüber den von Neubauimmobilien weit höher. Ganz klar, denn eine Bestandsimmobilie ist schon fertiggestellt und hat sich im Alltag bewehrt. Sämtliche Schwachstellen wurden schon frühzeitig erkannt und behoben. Meist sind diese Immobilien auch noch zentral gelegen, was ein weiterer sehr großer Vorteil ist, den sie entsprechen der Kategorie begehrter Lagen. Außerdem liegt der Preis in der Regel unter dem einer Neubauimmobilie, was die Bestandsimmobilie noch attraktiver macht. Hinzu kommt das der Preis für Bestandsimmobilien fest steht – so kann man sicher sein, dass keine zusätzlichen Kosten mehr entstehen. Neben dem Kaufpreis sowie der Kaufnebenkosten wie Grundbuchkosten, Grundsteuer, Notar sowie eventuelle Maklerkosten muss man mit regelmäßigen weiteren Beträgen rechnen, die für Renovierungs- und Sanierungsarbeiten sowie Umbauten eingeplant werden müssen. Außer Frage steht, dass man sich im Vorhinein detailliert über die Beschaffenheit der gesamten Immobilie Klarheit verschaffen sollte und mindestens zwei bis drei Besichtigungstermine vereinbart hat. Denn Renovierungs- sowie Sanierungskosten, die sich gerade bei Gebrauchtimmobilien im Laufe der Zeit angesammelt haben können, können immens sein und Ihre ganze Finanzplanung auf den Kopf stellen.

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Auf welche Details sollte man bei der Hausbesichtigung besonders achten?

• Ist eine ausreichende Wärmedämmung vorhanden?
• Ist das Dach ausreichend isoliert und dicht!
• Wie ist die Beschaffenheit der Fenster, z. B. kann man sich bei alten lackierten Fenstern sicher sein, dass diese sehr wetterfühlig sind und somit zum einen sehr renovierungsbedürftig sein werden und zum anderen über Ritzen verfügen, die Feuchtigkeit mit sich bringt. Ebenso sollte man die Türen prüfen!
• Entspricht die Heizungsanlagen dem heutigen Stand?
• Muss das Badezimmer saniert werden?
• Wie ist der Zustand des Mauerwerks, gibt es größere Setzrisse?
• Dunkle Flecke an Mauerwänden sowie an Fensterbereichen weisen meist auf Schimmel sprich Feuchtigkeit hin.
• Wie ist der Zustand des Schornsteins?
• Wie alt sind sämtliche Rohrleitungen (Wasser- und Abwasserleitungen, Gasrohre)
• Wie ist der Stand der elektrischen Versorgung, entspricht diese dem heutigen Stand, sind genügend Sicherungen sowie Steckdosen vorhanden.

Auch wenn Sie ein guter Handwerker sein mögen, sollten Sie nicht auf die Meinung eines Fachmannes verzichten, denn es kann viele versteckte Mängel geben – denken Sie an einen Getriebeschaden im Auto, der erst nach einem halben Jahr bemerkbar wird – die für den Laien nicht sichtbar sind.

Der steuerliche Aspekt der Bestandsimmobilie sieht wie folgt aus:

Für Kapitalanleger in Bestandsimmobilien sieht das Finanzamt die Möglichkeit der linearen Abschreibung vor. Diese werden nach §7 Abs. 4 EStG gestattet. Anschaffungskosten, die vor dem Jahr 1925 gestellt wurden, können 40 Jahre lang mit 2,5% abgesetzt werden. Wurde die Bestandsimmobilie nach 1925 gebaut wurden, können die Anschaffungskosten 50 Jahre lang mit 2% geltend gemacht werden.

Auf jeden Fall liegt der Vorteil bei einer Bestandsimmobilie darin, dass diese wie gesagt fertiggestellt wurde und Sie nicht mit dem Baustress in Berührung kommen. Außerdem dürfte der Preis weit unter dem Preis einer Neubau- oder Denkmalimmobilie liegen. Die Bestandsimmobilie ist auf jeden Fall eine sichere und rentable Kapitalanlage, die steuerliche Vorteile und Wertsteigerung sowie gute Vermietbarkeit mit sich bringt, wenn natürlich Kriterien wie Bauqualität, Lage, Umfeld, Infrastruktur etc. berücksichtigt wurden.

Wenn der steuerliche Aspekt einer Immobilienanschaffung im Vordergrund steht, wäre die Auswahl einer frisch, sanierten Denkmalschutzimmobilie sicherlich sinnvoller, denn neben der normalen Abschreibung, kann man die Sanierungskosten über einen Zeitraum von 12 Jahren zu 100% abschreiben. Und nicht nur das, denn Sie haben keine weiteren Kosten für Renovierung und Sanierung zu tragen! Sollte dann die Finanzierung geplant werden, sollten auch da verschiedene Angebote für eine Baufinanzierung eingeholt werden.

>> Teil 1. Die Immobilie – Immobilien finanzieren <<

>> Teil 2. Bestandsimmobilien – Immobilien finanzieren <<

>> Teil 3. Neubauimmobilien – Immobilien finanzieren <<
>> Teil 4. Denkmalschutzimmobilien – Immobilien finanzieren <<
>> Teil 5. Das Baugeld <<
>> Teil 6. Sanierungskredit <<

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