Immobilienfinanzierung: Günstige Zeiten für Anschlussfinanzierung

Dienstag, 10. August 2010

In der Regel ist bei einer Immobilienfinanzierung mehr als eine Erstfinanzierung notwendig. Die meisten Zinsbindungsfristen werden über einen Zeitraum von 10 Jahren ab Kreditaufnahme abgeschlossen, anschließend muss die Anschlussfinanzierung neu verhandelt und abgeschlossen werden.  Spätestens dann ist es notwendig, sich darüber Gedanken zu machen – idealerweise aber schon einige Zeit zuvor, damit noch Zeit bleibt, die Angebote auf dem Markt genau zu vergleichen.

Durch das Zinsänderungsrisiko kann es sein, dass bei der Anschlussfinanzierung wesentlich höhere Zinssätze fällig werden, als bei der Erstfinanzierung. Dies ist abhängig von dem zum Abschlusszeitpunkt bestehenden Zinsniveau auf den Finanzmärkten. Unter Umständen kann ein bei der Anschlussfinanzierung höherer Zinssatz sogar dazu führen, dass die monatliche Belastung für den Kreditnehmer nicht mehr tragbar ist. Es empfiehlt sich daher, den Finanzmarkt schon 2-3 Jahre vor Ende der Zinsbindungsfrist zu beobachten. Durch so genannte Forward Darlehen kann bereits zu diesem Zeitpunkt der aktuelle Zinssatz für die Anschlussfinanzierung gesichert werden. Für einen Zeitraum von bis zu 48 Monaten können Konditions- und Darlehenszusagen seitens der Banken gewährleistet werden.

Das derzeit günstige Zinsniveau, das durch die Finanz- und Wirtschafskrise verursacht wurde, eignet sich daher ideal dazu, um die Konditionen für die Anschlussfinanzierung zu sichern. Wer also weiß, dass in absehbarer Zeit die Zinsbindung für die Immobilienfinanzierung ausläuft, sollte zugreifen und diverse Angebote von Kreditinstituten einholen. Dass die Zinsen in 2-3 Jahren so niedrig sind wie derzeit, ist kaum zu erwarten. Eher werden die Kosten für Immobilienfinanzierungen bis dahin wieder in die Höhe gestiegen sein.

Es lohnt sich jedoch, die einzelnen Angebote auf dem Markt für Forward Darlehen genau zu prüfen und zu vergleichen. Insbesondere die Höhe der Aufschläge ist dabei von Bedeutung. Hier bestehen teilweise erhebliche Differenzen, die einen beträchtlichen Unterschied in der künftigen monatlichen Belastungen ausmachen können.

Baufinanzierung 2010: Zinsen zeigen nach oben

Dienstag, 22. Dezember 2009

(München, 22. Dezember 2009) Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu – ein guter Zeitpunkt, um einen Blick auf die Entwicklung der Baugeldzinsen in 2010 zu wagen. Robert Haselsteiner, Zinsexperte und Vorstand der Interhyp AG, erklärt im Anschluss die jüngsten Marktentwicklungen, deren Folgen für Baugeld-Konditionen und worauf Immobilienkäufer und Eigenheimbesitzer im neuen Jahr unbedingt achten sollten.

“Das Jahr 2009 war maßgeblich von der anhaltenden Finanzmarktkrise und Rezession in USA und Europa geprägt.  Die Notenbanken haben die Leitzinsen massiv gesenkt und verharren seit Mai auf Rekordtief. Diese Nahe-Null-Zins-Politik sowie die sinkenden Renditen von Staatsanleihen haben zu historisch niedrigen Baugeldzinsen in Deutschland geführt. Kurzum, 2009 waren Bauherren und Immobilienkäufer klare Gewinner der Finanzmarktkrise.

In 2010 wird entscheidend sein, wie die Zentralbanken ihre Leitzinspolitik ausrichten. Wir gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank ihren Leitzins die nächsten sechs Monate bei 1,0 Prozent halten wird. Damit dürften die Baugeldzinsen mit kurzen Laufzeiten relativ stabil bleiben. Bei den Zinskonditionen mit langfristiger Fixierung hingegen wird es starke Schwankungen geben. Im zweiten Halbjahr wird es dann zu ersten Leitzinserhöhungen kommen, die höhere Baugeldzinsen nach sich ziehen werden. Daher sollten Bauherren und Immobilienkäufer die ersten Monate des neuen Jahres nutzen, um die dann noch günstigen Baugeldkonditionen für einen möglichst langen Zeitraum festzuschreiben. Des Weiteren erlauben die niedrigen Zinsen eine erhöhte Tilgungsrate und damit eine schnellere Schuldenfreiheit.

Mit Top-Konditionen von unter 4,5 Prozent effektiv gehören die aktuellen Zinssätze für lange Laufzeiten zu den tiefsten der vergangenen 50 Jahre. So kann selbst bei einer Tilgung von 2 Prozent mit einer Monatsrate von 800 Euro ein 15jähriges Darlehen über 150.000 Euro aufgenommen werden. Für ein 200.000 Euro-Kredit fällt eine monatliche Rate von 1.050 Euro an.

Auch Darlehensnehmer, die bereits in den eigenen vier Wänden wohnen, sollten das Frühjahr 2010 nutzen, um mit einem unabhängigen Berater abzuklären, wie sie bei ihrer Anschlussfinanzierung ein späteres Zinsanstiegs-Risiko vermeiden können. Denn auch wenn die Zinsbindung bestehender Baukredite erst in 12 bis 60 Monaten abläuft, können Anschlussfinanzierer auch jetzt von den aktuell niedrigen Zinsen profitieren – je nach Vorlaufzeit durch bereitstellungszinsfreie Baukredite oder Forward-Darlehen.”