Was spricht gegen eine Baufinanzierung mittels Fremdwährungskredit?
Mittwoch, 13. Juli 2011Für den Neu-, Um- oder Anbau hat gerade der private Bauherr oft nicht genug eigene finanzielle Mittel (Eigenkapital) und ist deshalb gezwungen, einen Kreditgeber für die notwendige Baufinanzierung zu suchen. Manchmal ist in der Werbung in diesem Zusammenhang von Fremdwährungskrediten die Rede. So ist es durchaus möglich, eine Baufinanzierung in einer fremden Währung (z.B. US-Dollar, Yen oder Schweizer Franken) abzuschließen.
Hierfür gibt es in- wie ausländische Anbieter bzw. Vermittler, die mit besonders günstigen Zinsen und der Aussicht auf eine günstige Wechselkursentwicklung werben. Doch darin liegt auch schon das Problem: Die Wechselkursentwicklung kann sich auch gegenteilig entwickeln. Zudem ist die Mehrzahl der möglichen Anbieter abhängig vom Kapitalmarkt und relativ anfällig gegen entsprechende Negativtendenzen. Damit wird aus der Baufinanzierung eine Spekulation mit ungewissem Ausgang. Natürlich gibt es auch Chancen. Doch sollte grundsätzlich nur eine solche Spekulation betreiben, wer auch finanziell in der Lage ist, mögliche negative Entwicklungen und damit Kapitalverluste durch eine ausreichend hohe Kapitaldecke abzufedern. Außerdem ist es sehr schwierig, auch über ausländische Anbieter entsprechen seriöse Informationen einzuholen.
Gerade in jüngster Vergangenheit stehen immer mehr solcher Anbieter im Fokus der Aufsichtsbehörden. Außerdem wird der Zugang zu solchen Angeboten mehr und mehr reguliert, da oft nicht nachvollzogen werden kann, ob es sich um „schwarze Schafe“ auf dem internationalen Kapitalmarkt handelt oder nicht. Der Schutz – gerade des privaten Kreditnehmers – steht hier im Vordergrund. Wer rechtlich gegen eventuelle Betrüger vorgehen muss, hat meist dann auch noch mit unbekannten Rechtsverhältnissen im Ausland zu kämpfen. Das Ganze lohnt sich für den Privatmann in der Regel also nicht, da das Gesamtrisiko kaum abzuschätzen ist.
Ein Fremwährungsdarlehen kann für spekulative Bauherren eine Alternative sein, die sich durchaus rechnen lassen kann – jedoch sollte nicht alles auf ein Pferd gesetzt werden und die Abwicklung sollte in Deutschland über einem renommierten Anbieter erfolgen!

