EZB senkt Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent

Donnerstag, 03. November 2011

Das Interhyp-PrinzipNach zweimaligen diesjährigen Leitzinserhöhungen – 07.04.2011 von 1,00 Prozent um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent und am 07.07.2011 um weitere 0,25 Prozentpunkte auf 1,50 Prozent – erfolgte nun eine Senkung des Leitzinses wiederum um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent.

Dies spiegelt höchstwahrscheinlich den Ernst der Lage wieder – aufgrund der Staatsschuldenkrise bestehen hohe Konjunkturrisiken. Hinzu kommt, dass die gehebelten EU-Bürgschaften für das historische Finanzdesaster in Griechenland einen folgenschweren Einfluss auf die europäischen Finanzmärkte haben.

Trotz aktueller inflationsrisiken senkte der neue Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, den Leitzins und ermöglicht Banken und Unternehmen leichter und günstiger und Kredite zu kommen. Mit einem niedrigeren Zinssatz wird so versucht die Konjunktur anzukurbeln.

Was bedeutet die Leitzinserhöhung für uns?

Inwieweit sich die Senkung auf die Baufinanzierung Zinsen bleibt erst mal abzuwarten. Normalerweise geben die Geschäftsbanken die Preissenkung auch Schritt für Schritt an den Kunden weiter, da sie ja nun weniger Geld für Kredite zahlen müssen.

Die Europäische Zentralbank (EZB)

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die zentrale Notenbank der Euroländer. Die Festlegung und Ausführung der europäischen Geldmarktpolitik ist eines der wichtigen Aufgaben der EZB. Dabei möchte die EZB für die Preisniveaustabilität bzw. einer max. Inflation in der Eurozone sorgen.

Leitzins

Der Leitzins ist der Zinssatz zu dem sich Geschäftsbanken bei den Zentralbanken refinanzieren bzw. Geld leihen können. Eine Änderung des Leitzinses hat immer Einfluss auf die Zinspolitik der Banken. Kredite werden bei einer Senkung in der Regel billiger und Geldanlagen bekommen weniger Guthabenzinsen.

» Bauzinsen aktuell

Nach EZB-Entscheidung: Das Zusammenspiel von Leitzins und Baugeldkonditionen

Freitag, 08. April 2011

(München, 7. April 2011) Nach knapp zwei Jahren Stillstand auf absolutem Tiefniveau hat die Europäische Zentralbank (EZB) heute die in Aussicht gestellte Leitzinserhöhung vorgenommen und den Schlüsselzins von 1,0 auf 1,25 Prozent festgesetzt. Grundsätzlich schlagen aber Erhöhungen oder Senkungen des Schlüsselzinses nicht direkt und automatisch auf die langfristigen Baugeldkonditionen durch. Für Häuslebauer und Immobilienkäufer ist vielmehr die Entwicklung der langfristigen Kapitalmarktzinsen entscheidend.

Anders als oftmals angenommen stehen Baugeldkonditionen und Leitzinsen nicht in direktem Zusammenhang. Während die EZB durch die Festlegung des Leitzinses die kurzfristigen Marktzinsen – also die Überziehungs-, Dispo- oder Tages- und Festgeldzinsen – unmittelbar beeinflusst, entstehen langfristige Konditionen wie Hypothekenzinsen durch Angebot und Nachfrage am Anleihemarkt. Als Orientierungsgröße für die Entwicklung der Baugeldzinsen eignen sich daher Anleihen- und Pfandbriefsätze.

Im Nachgang zur Lehman Brothers-Pleite im September 2008 musste die EZB zur Vermeidung der Rezession den Leitzins innerhalb weniger Monate von 4,25 Prozent auf historisch niedrige 1,0 Prozent senken. Seit Mai 2009 ließ die EZB den Schlüsselzins unverändert auf diesem Niveau. In dieser Zeit fielen zwar auch die langfristigen Baugeldzinsen, aber weit weniger drastisch: Ihr Rekordtief erreichten sie im September 2010, also rund 1,5 Jahre nach der erstmaligen Festsetzung des Leitzinses auf 1,0 Prozent.

Nach diesem Tiefpunkt hat eine Zinstrendwende eingesetzt. Seitdem gehen die Konditionen kontinuierlich nach oben: Der Anstieg der Bauzinsen beträgt seit September mehr als 1,2 Prozentpunkte. Dass diese Richtung auch mittelfristig so bleiben wird, darüber sind sich die Experten von Interhyp einig. Sowohl die Vorgaben aus den USA als auch die steigenden Inflationserwartungen in Deutschland selbst werden die langfristigen Zinsen weiter nach oben treiben.

Daher rät Interhyp allen Immobilienkäufern und Anschlussfinanzierern zu handeln, um sich die historisch betrachtet immer noch sehr niedrigen Zinsen für einen möglichst langen Zeitraum zu sichern und so doppelt zu profitieren: Von einer niedrigen Darlehensrate bei gleichzeitig hoher Kalkulationssicherheit.