Variable oder feste Verzinsung bei einer Immobilienfinanzierung?
Donnerstag, 10. Dezember 2009Die meisten Immobilienfinanzierungen, die in Deutschland abgeschlossen werden, beinhalten eine mehrjährige Zinsfestschreibung. In vielen anderen Ländern dagegen sind häufig Immobilienfinanzierungen mit variabler Verzinsung üblich.
Grundsätzlich lässt ist gegen eine Finanzierung, bei der der Zinssatz für mehrere Jahre festgeschrieben ist, nichts einzuwenden. Dies ist eine besonders defensive Art der Immobilienfinanzierung. Der Kreditnehmer hat hier eine gewisse Sicherheit, die sich auf die Höhe der Nominalverzinsung und damit auf die laufende Belastung erstreckt. Für die Dauer der Zinsfestschreibung kann mit einer festen Rate kalkuliert werden. Dies gibt eine gewisse Planungssicherheit und Schutz vor unangenehmen Überraschungen, wie beispielsweise einem unerwarteten Zinsanstieg (Zinsschock). Es besteht zwar nach wie vor ein Zinsänderungsrisiko bei Ablauf der Zinsfestschreibung, allerdings erst mit Ablauf derselben. Die Zinsentwicklung bis dahin kann aber genau beobachtet werden – und es verbleibt immer noch genügend Zeit um sich auf steigende Zinsen vorzubereiten. Besonders in der Tiefzinsphase versuchen die meisten Kreditnehmer lange Zinsfestschreibungen einzugehen, um dadurch eine noch höhere Sicherheit zu gewinnen. In einer Tiefzinsphase erweist sich diese Strategie auch durchaus als sinnvoll.
Das Risiko der steigenden Zinsen ist bei einer Zinsfestschreibung fast ausgehebelt – allerdings auch die Chance von fallenden Zinsen zu profitieren. Wer in Zeiten der Hochzinsphase lange Zinsbindungen eingeht, verpasst damit die Möglichkeit mit fallenden Zinsen die Kreditbelastung zu reduzieren. Bei einer variablen Verzinsung ändert sich der Zins ständig. Gerade in Zeiten von fallenden Zinsen wird dann auch die Darlehensverzinsung nach unten angepasst. Die Modalitäten der Anpassung sind vertraglich festgelegt. Meistens orientiert sich die variable Verzinsung an einem Referenzzinssatz (beispielsweise dem 3-Monats-Euribor). Die variable Verzinsung birgt deutlich mehr Risiken in sich. Es wird empfohlen – nicht nur für sicherheitsbewusste Kreditnehmer – in einer Hochzinsphase zumindest einen Teil der Immobilienfinanzierung fest zu gestalten.
Viele Menschen wohnen in Miete und träumen von einer eigenen Immobilie. Dies ist auch verständlich, denn die eigenen vier Wände bedeuten deutlich mehr Freiraum für eigene Wünsche und Vorstellungen. Außerdem ist die eigene Immobilie eine solide Basis für finanzielle Unabhängigkeit im Alter und bildet damit einen Grundbaustein beim Thema Altersvorsorge. Aber warum nur träumen? Gerade jetzt ist eine Immobilienfinanzierung so günstig wie schon lange nicht mehr. Derzeit befindet sich die Eurozone in eine Tiefzinsphase. Damit ist die Immobilienfinanzierung teilweise günstiger als Miete. Bereits heute bieten viele Immobilienfinanzierer Zinssätze deutlich unter 5,00% p.a. an – und dies sogar für Vollfinanzierungen. Bei einem entsprechenden Einsatz von Eigenmitteln reduziert sich der Nominalzinssatz noch mal deutlich. Dies führt im Ergebnis zu einer monatlichen Belastung, die unter dem Durchschnitt der ortsüblichen Miete liegt. Die Chance sollte daher genutzt werden, um sich langfristig günstige Konditionen für die Immobilienfinanzierung zu sichern. Damit bekommt man eine langfristige finanzielle Sicherheit im Hinblick auf die Wohnungskosten. Auch beim steigenden Preisniveau profitiert man dabei von günstigen Zinssätzen. Während die Mietpreise steigen und jeder Mieter mit einer Mieterhöhung rechnen muss, hat ein Baufinanzierer eine konstante monatliche Belastung und damit eine feste Kalkulationsgrundlage. In einer eigenen Immobilie kann man durch den Einsatz der energieeffizienten Einrichtungen, wie Solarzellen oder moderne Heizungen, die immer steigenden Nebenkosten in den Griff bekommen. Dies ist ein Punkt, der auf keinen Fall unterschätzt werden soll. Nebenkosten sind zwischenzeitlich fast so hoch wie die Miete selbst. In einem Mietobjekt ist eine ineffiziente Heizungsanlage fatal für den Mieter, wenn der Eigentümer vorerst keine Notwendigkeit für eine Erneuerung sieht. Die Heizkosten werden zu 100% auf den Mieter umgelegt. Dagegen kann sich der Mieter auch nicht wehren. Ein Immobilienbesitzer kann dagegen selbst über den Energiezustand seines Objektes bestimmen. Damit lohnt sich eine günstige Immobilienfinanzierung doppelt- es ist damit möglich die Miete und die Nebenkosten zu sparen.
