Umschuldung einer Baufinanzierung
Samstag, 30. April 2011Der Grund für eine Umschuldung einer bestehenden Baufinanzierung liegt meist am Auslaufen der Zinsbindungsfrist und / oder der Suche nach einem günstigeren Finanzierungspartner. Eine solche Umschuldung ist entgegen der landläufigen Meinung weder besonders kompliziert noch enorm teuer. Wer sich ein wenig informiert und den Markt mit Interesse beobachtet, kann so ggf. eine größere Summe Geld sparen. Wichtig ist grundsätzlich, dass vorab ein unabhängiger Vergleich stattfindet, der unter Berücksichtigung der individuellen Situation die Angebote verschiedener Anbieter gegenüberstellt und mit der Alternative der Weiterführung beim bisherigen Darlehensgeber ins Verhältnis setzt.
Insbesondere zum Ende der Zinsbindungsfrist ist die Umschuldung problem- und kostenlos. Zu beachten ist lediglich, dass für die Umschreibung der Grundschuld ein relativ geringer Betrag (zwischen 0,2% und 0,4%) fällig wird. In vielen Fällen lohnt sich aber der Übertrag auf ein anderes Kreditinstitut, da die Prolongationsangebote der bisherigen Bank mit diesen Angeboten nicht mithalten können. Soll eine bestehende Baufinanzierung vor Ablauf der Bindungsfrist umgeschuldet werden, fallen zusätzliche Kosten an. Diese werden als „Vorfälligkeitsentschädigung“ bezeichnet. Diese Gebühren sind bei fast jedem Kreditinstitut unterschiedlich hoch. Es ist daher unerlässlich, sich zunächst (z.B. im Internet) allgemein zu informieren (oft wird hier auch eine Art „Vorfälligkeitsentschädigungsrechner“ angeboten, der übliche Kosten dieser Art ermittelt und nebenbei die üblichen Berechnungswege erläutert) und anschließend mit der Bank detailliert zu klären, welche Kosten genau für den individuellen Fall anfallen würden.
Die Bank ist gesetzlich verpflichtet, über alle anfallenden Nachteile zu informieren. Oftmals rechnet sich eine Umschuldung trotzdem, wenn die Einsparungen durch einen niedrigeren Zinssatz bei einem neuen Anbieter die angefallenen Zusatzkosten nach relativ kurzer Zeit wieder amortisieren. Bei bevorstehender Umschuldung sollten Darlehensnehmer ein Umschuldung Vergleich bei einem unabhängigen Baufinanzierungsvermittler anfordern!
Vollfinanzierungen sind teurer als Finanzierungen, bei denen Eigenkapital eingesetzt wird. Dies liegt daran, dass die Zinsaufschläge außerhalb von 60% bzw. 80% des Kaufpreises oft exponential zunehmen. Damit steigt die monatliche Belastung. Die Einkommensverhältnisse müssen überdurchschnittlich hoch sein, um eine Vollfinanzierung zu bekommen. Um die Finanzierungskosten in Form von Zinsbelastungen trotzdem überschaubar zu halten, empfiehlt sich der intensive Einsatz öffentlicher Fördermittel. Diese haben im Regelfall deutlich günstigere Konditionen als die Darlehen der Hausbank. Insbesondere Familien mit Kindern können in den Genuss öffentlicher Finanzierungsprogramme kommen. Dies ist insbesondere dann ratsam, wenn im Zuge eines Immobilienerwerbs Renovierungsmaßnahmen finanziert werden sollen. Sollten dabei energiesparende Maßnahmen durchgeführt werden, besteht die Möglichkeit zinsgünstige Förderkredite aus dem Finanzierungstopf des Bundes zu bekommen. Die Installation von Systemen zur Gewinnung von regenerativen Energien in Form von beispielsweise Solarenergie wird ebenfalls mit zinsgünstigen Krediten gefördert. Sanierungsmaßnahmen an Denkmalimmobilien können eventuell vom Land gefördert werden. Mit einem Mix aus verschiedenen Förderprogrammen, die in eine Vollfinanzierung eingebunden werden, lässt sich der durchschnittliche Finanzierungszinssatz deutlich reduzieren. Der Anteil, der von der primären Bank noch zu finanzieren wäre, wird dadurch deutlich reduziert. Der hohe Bankzinssatz fällt aber in der Gesamtbetrachtung der Vollfinanzierung nicht so sehr ins Gewicht. Eine weitere Möglichkeit zur Reduzierung der Zinskosten besteht in Form von Zusatzsicherheiten. Die Sicherheiten reduzieren das Kreditausfallrisiko der Bank und ermöglichen daher die Berücksichtigung des geringeren Risikos bei der Kreditbepreisung. Als Sicherheiten kommen dabei beispielsweise Bürgschaften von dritten Personen in Frage oder die Abtretung von Lebensversicherungen, die laufend bespart werden. Dabei geht das Kapital der Lebensversicherung nicht in der Finanzierung unter, sondern bleibt bestehen. Da die Versicherung sowieso angespart worden wäre, kann sie sinnvoll in der Vollfinanzierung eingesetzt werden und kann so dazu beitragen, die Finanzierungskosten zu senken.
