Günstige Anschlussfinanzierung mit Forward-Darlehen
Montag, 08. Februar 2010Selten befanden sich die Zinsen auf einem so niedrigen Stand wie heute. Bauherren haben damit die Möglichkeit, eine günstige Baufinanzierung umzusetzen und so kostengünstig wie nie eine eigene Immobilie zu finanzieren. Doch die Zeit drängt – laut Experten ist die Niedrigzinsphase bald vorbei, und die Zukunft bringt wieder steigende Zinsen mit sich. Es lohnt sich also, eine gewünschte Finanzierung möglichst jetzt noch abzuschließen. Dies gilt nicht nur für potentielle Bauherren, sondern auch für diejenigen, die bereits in der Vergangenheit eine Baufinanzierung abgeschlossen haben. Auch sie können von den derzeit günstigen Zinsen profitieren und sich diese für ihre Anschlussfinanzierung sichern. Dank dem Forward-Darlehen ist das Sichern des derzeitigen Zinsniveaus auch für Darlehen möglich, bei denen erst in einigen Monaten oder Jahren die Zinsbindungsfrist ausläuft. Zwischen 6 und 60 Monaten vor Ablauf der Zinsbindung kann ein Forward-Darlehen abgeschlossen werden, das die aktuell günstigen Zinsen für die Zukunft sichert. Die Sicherheit, die ein Forward-Darlehen mit sich bringt, gibt es natürlich nicht umsonst. Deshalb wird bei Forwarddarlehen ein Zinsaufschlag vorgenommen, den es zu bezahlen gilt. Der Forward-Aufschlag ist jedoch verhältnismäßig gering, so dass das Forward-Darlehen immer noch preiswert zu haben ist – vor allem wenn man bedenkt, dass sich ein Darlehen durch steigende Zinsen deutlich verteuern kann, wenn kein Forward-Darlehen in einer Niedrigzinsphase abgeschlossen wird. Die Höhe des Zinsaufschlages ist abhängig davon, welches Forward-Darlehen abgeschlossen wird – ein unechtes oder ein echtes. Bei einem unechten Forward-Darlehen beginnt die Zinsbindungsfrist bereits ab Vertragsabschluss, während bei einem echten Forward-Darlehen die Zinsbindung ab dem Tag beginnt, an welchem die Darlehensauszahlung erfolgt – also erst zu einem zukünftigen Termin.
Vollfinanzierungen sind teurer als Finanzierungen, bei denen Eigenkapital eingesetzt wird. Dies liegt daran, dass die Zinsaufschläge außerhalb von 60% bzw. 80% des Kaufpreises oft exponential zunehmen. Damit steigt die monatliche Belastung. Die Einkommensverhältnisse müssen überdurchschnittlich hoch sein, um eine Vollfinanzierung zu bekommen. Um die Finanzierungskosten in Form von Zinsbelastungen trotzdem überschaubar zu halten, empfiehlt sich der intensive Einsatz öffentlicher Fördermittel. Diese haben im Regelfall deutlich günstigere Konditionen als die Darlehen der Hausbank. Insbesondere Familien mit Kindern können in den Genuss öffentlicher Finanzierungsprogramme kommen. Dies ist insbesondere dann ratsam, wenn im Zuge eines Immobilienerwerbs Renovierungsmaßnahmen finanziert werden sollen. Sollten dabei energiesparende Maßnahmen durchgeführt werden, besteht die Möglichkeit zinsgünstige Förderkredite aus dem Finanzierungstopf des Bundes zu bekommen. Die Installation von Systemen zur Gewinnung von regenerativen Energien in Form von beispielsweise Solarenergie wird ebenfalls mit zinsgünstigen Krediten gefördert. Sanierungsmaßnahmen an Denkmalimmobilien können eventuell vom Land gefördert werden. Mit einem Mix aus verschiedenen Förderprogrammen, die in eine Vollfinanzierung eingebunden werden, lässt sich der durchschnittliche Finanzierungszinssatz deutlich reduzieren. Der Anteil, der von der primären Bank noch zu finanzieren wäre, wird dadurch deutlich reduziert. Der hohe Bankzinssatz fällt aber in der Gesamtbetrachtung der Vollfinanzierung nicht so sehr ins Gewicht. Eine weitere Möglichkeit zur Reduzierung der Zinskosten besteht in Form von Zusatzsicherheiten. Die Sicherheiten reduzieren das Kreditausfallrisiko der Bank und ermöglichen daher die Berücksichtigung des geringeren Risikos bei der Kreditbepreisung. Als Sicherheiten kommen dabei beispielsweise Bürgschaften von dritten Personen in Frage oder die Abtretung von Lebensversicherungen, die laufend bespart werden. Dabei geht das Kapital der Lebensversicherung nicht in der Finanzierung unter, sondern bleibt bestehen. Da die Versicherung sowieso angespart worden wäre, kann sie sinnvoll in der Vollfinanzierung eingesetzt werden und kann so dazu beitragen, die Finanzierungskosten zu senken.
