Anbauten in Zeiten niedriger Zinsen – was ist zu beachten?
Egal, ob Gartenhaus, Garage oder Carport: Oftmals werden Anbauten zu einer bestehenden Immobilie zeitlich verschoben, da nicht genügend Eigenkapital zur Verfügung steht. Nun befinden sich die Euro-Märkte in einem nie dagewesenen Zinstief – lohnt sich da die Realisierung des lange geplanten Vorhabens durch die Aufnahme eines zinsgünstigen Darlehens? Diese Frage kann nicht so ohne weiteres beantwortet werden.
Eine Finanzierung kann im Moment zwar äußerst günstig aufgenommen werden, jedoch gibt es auch einige Voraussetzungen zu beachten, damit aus dem Traum nicht trotz günstiger Konditionen ein Fiasko wird. Neben den rechtlichen Voraussetzungen (Prüfung über die Baubehörde bzgl. einer evtl. notwendigen Baugenehmigung) sollten insbesondere die Vermögens- und Einkommenssituation detailliert betrachtet werden. Besteht z.B. noch eine laufende Immobilienfinanzierung, kann zwar beim Anbieter nach einer „Aufstockung“ des laufenden Kredits gefragt werden, jedoch ist das Ausfallrisiko durch die zusätzlich zur bestehenden Ratenleistungspflicht anfallenden Raten merklich höher.
Wird die Kreditanfrage bei einem anderen Anbieter als dem derzeitigen Immobilienfinanzierer gestellt, kann dies schlechtere Konditionen zur Folge haben, da keine grundpfandrechtlichen Sicherheiten an erster Stelle im Grundbuch stehen und das Darlehen daher eher als Ratenkredit behandelt wird. Muss das gesamte Anbauvorhaben aus Fremdmitteln finanziert werden, empfiehlt es sich eher, noch etwas abzuwarten, bis mehr Eigenkapital zur Verfügung steht.

