Gewinnt die Vollfinanzierung in Niedrigzinsphasen an Attraktivität?
Niedrige Zinsen bedingen günstige Immobilienfinanzierungen und steigern das Interesse der angehenden Immobilieneigentümer, entsprechende Darlehen ggf. auch mit höheren Beleihungsausläufen zu beantragen. Die Gründe dafür können fehlendes Eigenkapital oder aber gebundenes Eigenkapital sein, auf dessen Rendite der Interessent nicht verzichten möchte. Gerade in der aktuellen Niedrigzinslage könnten daher Vollfinanzierungen wieder attraktiver sein, da die üblichen Zinsaufschläge auf Beleihungsausläufe mit bis zu 100% des Objektwertes nicht mehr so ins Gewicht fallen.
Die niedrigen Bauzinsen jedoch bedeutet nicht automatisch, dass auch für Vollfinanzierungen zeitlos günstige Konditionen offeriert werden. Gerade im Zuge der aktuellen Basel III – Diskussion sind die Kreditinstitute angehalten, ein breitere und sicherere Refinanzierungsbasis sowie die Verlagerung auf einträgliche Geschäfte mit möglichst geringem Risiko zu präferieren. Für die Gewährung von Vollfinanzierungen finden sich seit jeher nur einige Anbieter, so dass die Auswahl für den Kreditnehmer sowieso schon geringer ist.
Die zusätzliche Einbringung von Sicherheiten wird notwendig, um das Rückführungsrisiko für den Darlehensgeber geringer zu halten. Auch der Kreditnehmer läuft Gefahr, die Belastung bei Eintritt eines unvorhergesehenen Ereignisses plötzlich nicht mehr schultern zu können – das betrifft insbesondere die Klientel mit keinem oder sehr wenig Eigenkapital.
Fazit:
Vollfinanzierungen sind nur dann sinnvoll, wenn der Darlehensnehmer über entsprechende Sicherheiten sowie ein ausreichend hohes, regelmäßiges Einkommen verfügt. Seitens der Banken ist für solcherlei Finanzierungen auch nicht mit besonders günstigen Konditionen zu rechnen. Weitere Informationen

