Wie profitiert man von dem aktuellen Zinstief bei einer bereits bestehenden Baufinanzierung?
In der aktuellen Tiefzinsphase überlegen sich viele Bauherren wie sie sich das aktuelle Zinsniveau sichern können. Dabei würde eine Darlehensneuaufnahme zwecks Ablösung des bestehenden Darlehens viele Kosten verursachen, falls das alte Darlehen sich noch in der Festzinsschreibung befindet. Die meisten überlegen daher erst gar nicht weiter. Aber es bestehen durchaus Möglichkeiten sich die niedrigen Zinsen langfristig zu sichern.
Dies kommt vor allem für die Bauherren in Frage, deren Zinsbindung in ca. 5-6 Jahren ausläuft. Die Lösung heißt Forward-Darlehen. Dabei wird ein Darlehensvertrag quasi für die Zukunft geschlossen. Die Auszahlung eines Forward- Darlehens erfolgt erst in der Zukunft. Somit bietet sich die Möglichkeit ein Forward-Darlehen mit der Auszahlung in beispielsweise drei Jahren abzuschließen. Die Aufschläge bei Forward-Darlehen sind beim derzeitigen Tiefzinsniveau akzeptabel. Man liegt zwar klar über 4,00 %, aber deutlich unter 5,00%. Damit lassen sich in drei Jahren Finanzierungen ablösen, die zu seiner Zeit mit mehr als 5,00% abgeschlossen wurden. Da die Ablösung erst zum Zeitpunkt der Auszahlung des Forward-Darlehens erfolgt, beträgt die Restlaufzeit der Zinsbindung ca. drei Jahre.
Bis in drei Jahren sind die Marktzinsen wieder gestiegen (mit dem Konjunkturaufschwung) – dies bedeutet, dass die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung, die die abzulösende Bank verlangen wird, deutlich geringer ausfällt, als wenn man das Darlehen aktuell ablösen würde. Man sichert sich also mit einem Forward-Darlehen bzw. Anschlussfinanzierung die aktuellen niedrigen Zinsen und profitiert von dem künftigen Zinsanstieg in Verbindung mit einer Laufzeitverkürzung bei der Festzinsbindung. Im Zuge eines vorgezogenen Baufinanzierung Vergleiches sollte die oben beschriebene Variante intensiv überprüft werden. Der Anstieg der Marktzinsen lässt sicher nicht lange auf sich warten.


